Okenitquell stellt Sachtexte zu einzelnen Mineralstoffen zusammen. Die Ausgabe dieses Jahres gilt Zink und Selen — zwei Elementen, zu denen der Anhang der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 je eine eigene Zeile führt.
Die beiden Zeilen betreffen unterschiedliche Körperteile und werden auf dieser Domain nirgends zu einer gemeinsamen Aussage zusammengezogen.
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Werbetexte fassen Haut und Haar gern zu einem Thema zusammen, weil man beides sieht und beides anfasst. Biologisch laufen dort zwei verschiedene Vorgänge. Die Deckschicht der Haut wird von unten fortlaufend neu gebildet und gibt oben ab, was sie nicht mehr braucht. Ein Haar dagegen entsteht an einer einzigen Stelle unter der Hautoberfläche und wird danach nur noch geschoben; was einmal in der Faser sitzt, bleibt dort, bis das Haar ausfällt oder abgeschnitten wird.
Diese Unterscheidung ist kein Detail für Fachleute. Sie erklärt, warum Messwerte aus einer Hautprobe und Messwerte aus einer Haarsträhne zwei verschiedene Zeiträume beschreiben, und sie erklärt, warum das europäische Verzeichnis für die beiden Gewebe getrennte Einträge führt statt eines gemeinsamen.
Okenitquell arbeitet redaktionell: Der Sachteil wird aus veröffentlichter Fachliteratur zusammengetragen, die zugelassenen Formulierungen werden im amtlichen Wortlaut abgedruckt und als solche gekennzeichnet. Verkauft wird eine Datei mit Text, Tabellen und Quellenverzeichnis — kein Nahrungsergänzungsmittel und keine Beratung.
Sachteil
Beide Gewebe haben eine Eigenschaft gemeinsam, die im Alltag kaum auffällt: Sie transportieren Material aus dem Körper heraus. Die Haut gibt Zellen ab, das Haar wächst aus der Kopfhaut heraus. Alles, was in diesen Zellen und in dieser Faser gebunden ist, verlässt den Körper mit ihnen. Fachliteratur zur Mengenbilanz von Spurenelementen führt diesen Weg deshalb als eigene Größe neben Stuhl und Harn.
Die Deckschicht der Haut wird in der untersten Lage gebildet. Von dort wandern die Zellen nach oben, verlieren dabei ihren Kern, füllen sich mit Faserproteinen und werden an der Oberfläche in kleinen Verbänden abgegeben. Fachbücher setzen für diesen Durchlauf größenordnungsmäßig vier Wochen an, mit deutlichen Unterschieden je nach Körperstelle und Lebensalter.
Zink ist in diesen Zellen kein Fremdkörper, sondern Bestandteil von Enzymen und von Proteinen, die den Aufbau der Faserstruktur begleiten. Wird die Zelle abgegeben, geht das gebundene Zink mit. Bilanzstudien beziffern den Anteil, der auf diesem Weg und über den Schweiß verloren geht, je nach Klima und körperlicher Belastung auf einige Zehntel bis mehr als ein Milligramm am Tag.
Zu diesem Gewebe führt der Anhang der Verordnung genau eine Zeile. Sie lautet:
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Neben der Abgabe von Zellen gibt die Haut über zwei Drüsentypen Flüssigkeit ab. Die Talgdrüsen sitzen an den Haarkanälen und liefern ein Fettgemisch, das sich auf der Oberfläche verteilt. Die Schweißdrüsen geben eine wässrige Lösung ab, in der neben Natrium und Chlorid auch Spurenelemente nachweisbar sind.
Gemessene Zinkkonzentrationen im Schweiß schwanken erheblich, unter anderem mit der Schweißrate selbst: Bei hoher Rate ist die Lösung verdünnter, die absolute Menge pro Stunde aber größer. Deshalb sind Angaben zur täglichen Abgabe in der Literatur immer an Bedingungen geknüpft — Umgebungstemperatur, Dauer der Belastung, Trainingszustand. Wer eine einzelne Zahl ohne diese Angaben liest, liest eine unvollständige Zahl.
Ein Haar entsteht in einer Einstülpung der Haut. Ganz unten sitzt eine kleine Gewebeinsel mit einer eigenen Kapillarschlinge; sie versorgt die teilungsaktiven Zellen darüber. Diese Zellen härten innerhalb weniger Millimeter aus, ihre Schwefelbrücken schließen sich, und ab dieser Höhe ist die Faser fertig. Sie wächst nicht mehr, sie wird nur noch nach oben geschoben — in der Literatur mit gut einem Zentimeter im Monat angegeben.
Selen gelangt vor allem in Form einer Aminosäure in dieses Gewebe, die dem Schwefelträger Methionin gleicht und beim Einbau in Proteine an dessen Stelle treten kann. Der Einbau geschieht im lebenden Abschnitt unten; weiter oben verändert sich der Gehalt nicht mehr. Was am Haaransatz sitzt, stammt daher aus einer anderen Zeit als das, was an den Spitzen sitzt.
Für dieses Gewebe führt der Anhang eine eigene Zeile, die ein anderes Element betrifft:
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Register
Die beiden Kästen geben wieder, was im Anhang steht, und ordnen jede Formulierung dem Element zu, für das sie freigegeben wurde. Der dritte Kasten gehört zur Redaktion und nicht zum Rechtsakt.
Ordnungszahl 30 · Zufuhr in Milligramm
Ein Spurenelement, das in der Deckschicht der Haut als Bestandteil von Enzymen und Bindeproteinen vorkommt. Der Bestand eines Erwachsenen liegt in der Fachliteratur bei etwa zwei Gramm, verteilt vor allem auf Muskulatur und Knochen. Der Referenzwert der Nährwertkennzeichnung beträgt 10 mg am Tag.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Ordnungszahl 34 · Zufuhr in Mikrogramm
Ein Spurenelement, das dem Schwefel chemisch nahesteht und in Proteine eingebaut wird, in denen sonst Schwefel sitzt. In der Haarfaser findet es sich deshalb vor allem dort, wo die schwefelreichen Abschnitte liegen. Der Referenzwert der Nährwertkennzeichnung beträgt 55 µg am Tag.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Redaktioneller Hinweis
Die eingerahmten Sätze sind Zitate. Sie stammen aus dem Anhang eines Rechtsakts und dürfen nur unverändert wiedergegeben werden. Ein Siegel, eine Prüfung oder eine Empfehlung ist damit nicht verbunden.
Jede der beiden Formulierungen gehört zu genau einem Element und zu genau einem Gewebe. Wird daraus ein gemeinsamer Satz gebaut, entsteht eine Aussage, die so nirgends freigegeben wurde. Alles, was auf dieser Seite außerhalb der Rahmen steht, ist redaktioneller Text.
Das Heft führt beide Registerzeilen im amtlichen Wortlaut, dazu den Sachteil zu Deckschicht und Haarwurzel, die Aufstellungen mit Spannweiten und ein Verzeichnis der herangezogenen Werke. Ausgeliefert wird ausschließlich eine Datei im PDF-Format; ein Nahrungsergänzungsmittel ist nicht Teil der Bestellung.
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